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Autoren ausgefragt – Interview
Mit welcher Ihrer Figuren haben Sie am meisten gemeinsam?
Die fünf „Klapperschlangen“ haben sehr unterschiedliche Eigenschaften. Jacky ist spontan und hat verrückte Ideen, Kalliope ist äußerst intelligent, Pauline liebt Kriminalfälle, Nixe experimentiert in ihrem Chemie-Labor und Sarah interessiert sich für Astrologie.
Jacky ist mir am ähnlichsten, auch wenn ich leider nie so sportlich war wie sie. Ich habe ebenfalls Banden gegründet und war für meine fantasievollen und etwas seltsamen Pläne bekannt. Knackige Schimpfwörter liebe ich heute noch, genauso wie verrückte Ideen oder Strategien. Kalliope ist mir nah, weil ich die Situation der Klassenbesten kurzfristig selbst erleben durfte und Pauline liebt Kriminalromane, was ich heute noch tue. Nixe und Sarah haben nur sehr wenig von mir, aber ich lerne täglich von ihnen.
Wie gut kennen Sie Ihre Figuren? Wissen Sie, was Ihre Figuren essen, wann sie Geburtstag haben?
Oh ja, bis ins kleinste Detail. Das ist wichtig bei so vielen unterschiedlichen Helden. Da sind ja nicht nur die Mädchen sondern auch noch sieben Jungs, die Eltern, Familien etc. Bevor ich anfange, mir die Handlung zu überlegen, entwerfe ich die Figuren. Ich weiß in welchem Haus sie leben, wie ihre Zimmer aussehen, in welcher Bettwäsche sie schlafen, welche Musik sie hören, was ihre Lieblingsfarben sind und wann sie ungefähr Geburtstag haben, auch wenn das in den Büchern selbst gar nicht unbedingt vorkommt.
Also: Jacky ist im August geboren, Kalliope und Pauline im Oktober, Nixe im März und Sarah im Mai.
Jacky liebt Tortillas und Reis. Kalliope ist Vegetarierin, Pauline bevorzugt die Küche von Tante Henriette, Nixe steht auf Fisch und Sarah liebt Pizza und Fast Food.
Waren Sie gut in Deutsch?
Ja. Deutsch war eines meiner Lieblingsfächer, neben Musik, Englisch und Biologie. Mathe und Sport habe ich gehasst, das eine war mir zu wenig praktisch und das andere zu anstrengend.
Welches war Ihr erstes Buch, das Sie gelesen haben?
Das Erste? Daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Natürlich habe ich alles von Astrid Lindgren verschlungen und ich liebte die Geschichten von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Ein richtig starkes Buch aber war der „Krieg der Knöpfe“, die schönste Bandengeschichte, die ich kenne.
Was würden die Klapperschlangen machen, wenn eine von ihnen Bundeskanzlerin wäre?
Eine sofortige Krisensitzung einberufen. Denn das würde ja bedeuten, dass sie mindestens achtzehn und erwachsen wären, eine grauenhafte Vorstellung. Und nur mal so angedacht, für die Zukunft? Nein, ich denke, die Klapperschlangen haben andere Pläne.
Was würden Sie einen Tag lang mit den Klapperschlangen machen?
Das ist eine lustige Frage. Wenn ich schreibe, bin ich täglich mit den Mädchen zusammen, nehme an ihren Verfolgungsjagden teil, überdenke ihre Strategien und höre auf ihre Meinungen. Spaziere mit ihnen über die Dachterrasse und lausche ihrer Musik. Ich finde Sven cool und liebe das einsame Haus, bewundere den Mut und die unverbrüchliche Freundschaft der Mädels. Sie sind ganz unmittelbar bei mir, beim Schreiben, bei Streifzügen durch einsame Wälder, am Fluss und in den Bergen. Die Frage ist eher: Was würden Sie einen Tag ohne die Klapperschlangen machen? Vermutlich neue Figuren erfinden und hoffen, dass sie mich ebenso intensiv begleiten.


